3 Millionen Industrieroboter waren 2021 weltweit im Einsatz, 10 Prozent mehr als im Jahr davor. Eines der erfahrensten Schweizer Unternehmen dieser Boombranche sitzt im Aargau: Robotec Solutions. Im Interview mit der Aargauer Zeitung erläuterte CEO Nick Koch, warum das Unternehmen Grund zum Feiern hat.
Herr Koch, Sie planen einen grossen Anlass. Um was geht es dabei?
Am 15. und 16. September feiern wir unseren Open-House-Event mit dem Spatenstich unseres neuen Firmengebäudes. Erst vor fünf Jahren sind wir umgezogen, aber wir wachsen so schnell, dass ein weiterer Neubau nötig wurde. Wir beschäftigen inzwischen über 50 Mitarbeitende weltweit, davon allein 35 in Seon. Den Neubau, ein 7-Millionen-Franken-Projekt beziehen wir nächsten Sommer.
Was findet genau dort statt?
Der Open-House-Event bietet unseren Kundinnen und Kunden dieGelegenheit, unsere Produktion kennenzulernen. Wir erwarten 250 Gäste, die hinter die Kulissen schauen wollen. Wir zeigen die neuesten technischen Entwicklungen der Roboter-Automation und präsentieren 15 Exponate, die sich im Aufbau befinden oder live in Aktion zu sehen sind.
Ihre Produktionsstätte in Seon ist schon wieder zu klein geworden. Was ist der Grund für das dauerhafte Wachstum Ihres Unternehmens?
Vor dreissig Jahren waren wir ind er Schweiz die Pioniere der robotergestützten Automation. Inzwischen sind Industrieroboter fast schon eine "comodity" und wir spüren natürlich die zunehmende weltweite Konkurrenz. Aber die macht uns nur noch besser: Wir bieten immer massgeschneiderte Lösungen bester Schweizer Qualität und verfügen über hervorragende Experten. Die bilden wir selbst aus - aus meiner Sicht die wirkungsvollste Methode, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und ein kompetentes schlagkräftiges Team zu formen.
Was unterscheidet Sie von anderen Marktteilnehmern?
Unser USP ist, dass wir nicht nur Robotertechnik liefern, sondern "Solutions". Das heisst, wir ermitteln präzise den Bedarf unseres Kunden, konzipieren gemeinsam das Enprodukt, planen die Beschaffung der Bestandteile, setzen sie zusammen, statten das Gerät mit der passenden Software aus und schulen das Bedienungspersonal. Alles aus einer Hand, auf dem neusten Stand der Tehnik und auf die Basis dreissigjähriger Erfahrung. Ich nenne das unser "Macher-DNA".
Aus welchen Branchen kommen Ihre Kunden?
Aus allen Bereichen der Herstellenden Industrie (General Industry), mit gewissen Schwerpunkten in Medizintechnik, Chemie, Pharma, Logistik und Metallverarbeitung. In der Romandie gehören die Hersteller von Uhren und Luxusgütern sowie Produzenten von Microtechnik zu unseren Kunden. Wir haben viele Kunden in der Schweiz, aber grundsätzlich verkaufen wir in die ganze Welt.
Warum haben Sie die grössere Produktionsstätte erneut in Seon gebaut?
Obwohl wir global denken, sind wir fest im Aargau verwurzelt. Schon bei der Unternhmensgründung hat uns die Standortförderung unterstützt. Das Netzwerk, das wir damals auch mit Hilfe der kantonalen Institutionen aufgebaut haben, konnten wir hervorragend ausweiten. Rund um Seon gibt es drei gute Hochschulen, von deren wissenschaftlicher Expertise wir sehr profitiert haben.
Was spricht noch für den Aargau?
Für uns als Industriebestrieb ist die Infrastruktur wichtig. Da muss ich sagen: Dieser Kanton ist ein starker Produktions- und Technikstandort, viele unserer Lieferanten sitzen beispielsweise in der Nähe. Ein weiterer wichtiger Punkt: die meisten unserer Mitarbeitenden kommen aus dem Aargau. Hier gibt es hochqualifizierte Menschen, die ihren technischenBeruf mit Leidenschaft betreiben.