Diese Frage wurde unserem Lehrling als Konstrukteur vom Magazin Werkspuren gestellt. In diesem Artikel konnte er seine gewählte Ausbildung dem Leser näherbringen. Die Fachzeitschrift unterstützt Lehrpersonen mit Kontextwissen im Bereich Technik, Textil und Gestaltung. Uns liegt die Bildung der nächsten Generation sehr am Herzen, darum freuen wir uns umso mehr über den Artikel in der tollen Zeitschrift.
Als Kind hatte Jamie Dubs einen grossen Traum: «Ich wollte Erfinder werden!»
Mit einer Lehre als Konstrukteur bei robotec kann er seine Fantasievorstellung in die Tat umsetzen. Sichtlich stolz und versiert präsentiert er mir sein erstes Projekt: für einen Roboter zur Kontrolle von Gartenscheren-Klingen hat er die Konstruktionszeichnungen für einen Teilbereich des Greifers realisiert und ein Metallteil für die Schlauchhalterung im 3D-Modus «erfunden und gebaut». Mit dem wichtigsten Hilfsmittel – einer 3D-Maus – navigiert Jamie durch ein spezielles CAD-Programm und zeigt mir alle erdenklichen Ansichten seiner Konstruktion. Konstrukteure (de)konstruieren ihr Werk in kleinste Baugruppen und fügen diese Puzzlesteine dann zu einem Ganzen zusammen – geometrische Formen, Masse und Toleranzen sind minutiös berechnet und dokumentiert.
Auch Angaben zu Oberflächenbeschaffenheit und Werkstoffen sind festgehalten. Gegenüber den einst manuell erstellten Zeichnungen ermöglicht CAD eine detaillierte Übersicht. Trotzdem hat er sich in seinen ersten 2 Monaten in den überbetrieblichen Kursen noch genau diese Handarbeit aneignen müssen. Das wird sich in Zukunft wohl ändern.
In der riesigen Werkhalle stehen unzählige gelbe Roboter und ich begegne dem virtuellen Greifer in Natura: aus Sicherheitsgründen steht der Roboter in einer transparenten «Zelle». Robotec ist spezialisiert auf massgefertigte Lösungen von Greifern, die eigentlichen Roboter werden zugekauft. Jamie ist fasziniert vom Innovationspotential der «Roboterhände». Diese bewegen sich wie die menschliche Hand auf 6 Achsen. Dank der Spezialisierung und Optimierung auf eine Teilbewegung maximieren sie die Ef!zienz in industriellen Fertigungsprozessen. Sie müssen immer wieder individuell auf neue Anforderungen angepasst werden – eine der Hauptaufgaben von Konstrukteuren bei robotec.
«Der Konstrukteur ist eine Art Scharnier im Betrieb – wenn er etwas falsch konstruiert, hat das massive Auswirkungen für die Ausführung.» Zentral ist deshalb die Teamarbeit: mit Polymechaniker:in, Automatiker:in, Anlage- und Apparatebauer:in sowie Elektroniker:in. Da Jamie auch im 3D-Druck versiert ist, darf er seine Prototypen selbst drucken. «Ich war schon immer ein gewiefter Bastler. In der 6. Klasse hatte sich der Werklehrer für schnelle Schüler*Innen eine Zusatzaufgabe ausgedacht: Wer ein auf Ricardo gratis erstandenes, defektes Pocket Bike zum Laufen bringt, darf es behalten. Ich löste das Problem im Nu..."